Kanzleikooperation: UnternehmerKompositionen

Zwei renommierte Unternehmen kooperieren im Bereich grenzüberschreitendes Stiftungsmanagement in Deutschland, der Schweiz und in Liechtenstein. Prof. Dr. Dr. Olaf Gierhake, LL.M. und… mehr...

Ertragsteuern

OlafProf. Gierhake: “Durch eine geeignete Ausgestaltung einer grenzüberschreitenden Vermögensstruktur lassen sich neben rechtlichen Vorteilen – quasi nebenbei – in vielen Fällen interessante steuerliche Optimierungen erzielen.”

Belastungen

Natürliche Personen als Vermögensträger müssen in der Regel laufende Einkommensteuern mit je nach Wohnsitzland unterschiedlichen, aber typischen Tarifbelastungen um die 50% bezahlen. Juris­tische Personen wie Aktiengesellschaften, Gesellschaften mit beschränkter Haftung oder auch steuerpflichtige Familienstiftungen zahlen dagegen die regel­mässig deutlich niedrigeren Körper­schafts­teuern.

Körperschaftsteuern sind zumeist – und anders als Einkommensteuern - unabhängig von der konkreten Einkommenssituation („Flat Rate Tarif“) und führen – je nach Sitzland - zu maxi­malen Steuerbelas­tungen in einer Grössenordnung zwischen 10 und 35% des jährlichen Ertrages.

Deutschland

Österreich

Schweiz

Liechtenstein

Einkommensteuer
(Spitzensteuersatz)

47,5%
(ggf. zzgl. KiSt)

50%

20%-40%
(regional unterschiedlich)

28%

Körperschaftsteuer
(ggf.zzgl. Gewerbesteuer)

15% zzgl.
ca. 7%-17% GewSt

25%

ca. 15-30%
(regional unterschiedlich)

max. 12.5%
(EK-Zinsabzug)

Die im laufenden Betrieb z.T. deutlich niedrigeren laufenden Körperschaftssteuern sind im Quer­vergleich zu den Einkommensteuern nicht „unfair“, sondern der Tatsache geschuldet, dass im Falle einer späteren Ausschüttung von Körperschafts­gewinnen an die begünstigten Familienmitglieder eine zusätzliche Besteuerung auf die Dividenden/Leistungen hinzutritt, die summarisch mit den auf der Ebene der Körperschaft bezahlten Steuern dann im Wesentilchen einer typischen Einkommen­steuerbelastung von z.B. 50% entspricht.

Sind Wertschöpfung der Vermögenskomponente, Vermögensträger und Begünstigte im gleichen Land ansässig, etwa Deutschland oder der Schweiz, so funk­tioniert das „Zusammenspiel“ zwischen Steuerbelastungen an der „Wert­schöpfung“, vermögensträgerbezogenen Tarifbelas­tungen und einer späteren Ausschüttungs­belastung an die Begünstigten meist relativ unproble­matisch. Im Ergebnis kommt es – zumindest langfristig – bei fast allen Kombinations­möglich­keiten von Vermögenskomponenten (Bankanlagen, Immobilien, Beteiligungen) und Vermögens­trägern (Direktbesitz, Gesellschaften, Stiftungen, Finanzdienstleister) zu einer Steuerbelastung auf dem Niveau der Einkommen­steuerbelastung, in Deutschland z.B. von rund 50% (45% + Solidaritätszuschlag + Kirchensteuer).

Heute ist eine derartige Situation ohne internationale Bezüge aber – anders als dies früher der Fall war – eher die Ausnahme als die Regel. Zu denken ist z.B. an einen auf Mallorca ansässigen Unter­nehmer, der in Deutschland eine Holdinggesellschaft mit Tochterunternehmen u.a. in den USA betreibt oder auch an ein in der Schweiz studierendes Familienmitglied, dass seinen Lebensunterhalt von einer vom Grossvater gestifteten Familienstiftung in Liechtenstein bezieht, die wiederum umfangreichen Immobilienbesitz in Deutsch­land unterhält.

Fallen die örtliche Belegenheit der Wertschöpfung, der Vermögensträger und der Begünstigten räumlich auseinander, wie dies in den Beispielen der Fall ist, so erheben regelmässig mehrere ver­schiedene Steuerbehörden – nach nationalem Recht zunächst unabhängig voneinander –Einkom­men- bzw. Körperschaftsteueransprüche auf die (z.T. gleichen) laufenden Erträge und Ausschüt­tungen. Ignoriert man als Vermögensinhaber diese Effekte, drohen Doppel- und Mehrfachbe­steuerungen, die durchaus in der Lage sind, etwa vorhandene Vermögenserträge vollständig zu absorbieren.

Optimierungsmöglichkeiten

Diese Wechselwirkungen systematisch zu betrachten, zu analysieren und – wo nötig – gestaltend zu optimieren, ist deswegen keine Nutzung von „Steuerschlupflöchern“, son­dern zum langfristigen Erhalt des vorhandenen Familienvermögens schon aufgrund der beschriebenen ertrags­steuerlichen Mehrfach­belastungen schlicht notwendig.

Konzepte & Dienstleistungen

Da nicht alle Erträge des Familienvermögens konsumtiv zeitnah verbraucht werden, bietet es sich aus ertragssteuerlicher Perspektive meist an, geeignete Vermögensträger wie z.B. Kapitalgesell­schaften, (privatnützige) Stiftungen oder (bei Bankvermögen) privat platzierte Lebensversicherungsverträge als Thesaurierungsvehikel, also als „Familienspardosen“ zu verwenden. Hierdurch kann die ertrag­steuerliche Belastung der Ausschüttung von Erträgen auf die Ebene der Familienangehörigen und sonstigen Begünstigten zeitlich hinaus gezögert und die vorhandene Substanz des Familienvermögens zumindest bis zum Ausschüttungszeitpunkt geschont werden.

Wir berücksichtigen bei der Strukturierung von geeigneten Vermögensträgern stets auch grenzüberschreitende ertragssteuerliche Aspekte in denjenigen Ländern, in welchen Steuerpflichten auf Ebene der einzelnen Vermögens­komponenten, der Begünstigten und auch der Vermögensträger begründet werden.